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Gelenkembolisation (TAPE)

Gelenkembolisation (Transarterielle periartikuläre Embolisation, TAPE)

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen einen Überblick über die Durchführung der Gelenkembolisation (TAPE) am Radiologischen Institut der Universitätsklinik Erlangen geben.
 

Bei der transarteriellen periartikulären Embolisation (TAPE) handelt es sich um ein minimalinvasives interventionell-radiologisches Verfahren zur Behandlung chronischer Gelenkschmerzen. Ziel des Verfahrens ist eine Hemmung von schmerzverursachenden Entzündungsprozessen im betroffenen Gelenk durch den Verschluss der dort lokalisierten kleinsten Blutgefäße.

Für wen ist die TAPE grundsätzlich geeignet?

  • Patient:innen mit anhaltenden Gelenkschmerzen, die auf konservative Therapie (medikamentös, Physiotherapie, etc.) nicht ausreichend ansprechen.
  • Patient:innen mit anhaltenden Gelenkschmerzen, die aus unterschiedlichen Gründen (z.B. Alter, schwere Vorerkrankungen, etc.) keinen operativen Gelenkersatz wünschen.
  • Patient:innen nach operativem Gelenkersatz (insbesondere Knie-TEP), die unter anhaltenden Schmerzen leiden.

Für welche Gelenke bietet sich die TAPE als Therapieverfahren an?

Die TAPE eignet sich als Therapieverfahren insbesondere bei chronischen Schmerzen der großen Gelenke (Knie, Hüfte, Ellenbogen, Schulter (z.B. "Frozen Shoulder")) sowie chronisch-entzündlichen Erkrankungen von Sehnenansätzen (z.B. Achillessehne, Tennisellenbogen).

Was erfolgt im Vorfeld einer geplanten TAPE?

Grundsätzlich erfolgt vor Durchführung der TAPE ein gemeinsames Vorgespräch durch einen Spezialisten aus der Orthopädie und der interventionellen Radiologie, um anhand einer klinischen Untersuchung und strukturierten Schmerzanamnese herauszufinden, ob Sie für dieses Therapieverfahren potenziell geeignet sind. Diesbezüglich erfolgt hier eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den ärztlichen Kolleg:innen der Orthopädie (Prof. Dr. med. Marcel Betsch MHBA; Leiter der Orthopädie). Im Rahmen dieses Beratungsgespräches werden wir Sie ausführlich über den Ablauf, die Vorteile sowie mögliche Risiken und Nebenwirkungen des Eingriffs informieren. Außerdem werden wir Ihre Fragen zum Thema Gelenkembolisation (TAPE) beantworten. Wenn Sie sich für die Durchführung einer TAPE entschieden und wir Sie als geeignete/n Kandidat:in für den Eingriff identifiziert haben, erfolgt eine Terminvereinbarung für die TAPE.

Um die TAPE als Therapieverfahren möglichst risikofrei durchführen zu können, benötigen wir von Ihnen vor dem Eingriff folgende Laborwerte, die nicht älter als 3 Wochen sein dürfen:

  • Blutgerinnungsparameter (Quick/INR, aPTT, Thrombozyten)
  • Nierenfunktionsparameter (Kreatinin/GFR)

Außerdem benötigen wir eine Krankenhauseinweisung (beispielsweise von Ihrem Hausarzt oder Ihrem Orthopäden), damit wir die TAPE im Rahmen eines stationären Aufenthalts durchführen können.

Wie wird die TAPE durchgeführt und wie erfolgt die Überwachung danach?

Am Tag des geplanten Eingriffs erfolgt morgens die stationäre Aufnahme auf die unfallchirurgische/orthopädische Station des Universitätsklinikums Erlangen. Von dort werden Sie vor Beginn des Eingriffs in die radiologische Abteilung für die eigentliche Durchführung der TAPE gebracht.

In der Radiologie erfolgt eine örtliche Betäubung der Leiste nach ausgiebiger Hautdesinfektion in Rückenlage auf dem Untersuchungstisch. Anschließend wird die Leistenschlagader punktiert und schmerzfrei mit dünnen Kathetermaterialien die entsprechenden feinen Zielgefäße unter Röntgenkontrolle im betroffenen Gelenk aufgesucht. Diese werden dann mit Imipenem/Cilastatin und gegebenenfalls zusätzlich mit Partikeln verschlossen (embolisiert), um so die Blutzufuhr zu den entzündeten Arealen zu unterbrechen. Je nach Anzahl der zu verschließenden Zielgefäße dauert der Eingriff in der Regel zwischen 45 und 90 Minuten. Am Ende des Eingriffs werden die Kathetermaterialien wieder vollständig entfernt, die Punktionsstelle in der Leiste abgedrückt und ein Druckverband angelegt. 

Anschließend werden Sie mit strenger Bettruhe für 12 Stunden wieder auf die Station gebracht und dort über Nacht überwacht. Am Folgetag werden Sie nach klinischer Kontrolle der Leistenregion wieder nach Hause entlassen.

Was sind die Vorteile einer TAPE?

  • Risiko- und schmerzarmer Eingriff.
  • Keine Narkose erforderlich.
  • In klinischen Studien nachgewiesene Verbesserung der Schmerzen und der Gelenkfunktion.
  • Zügige Mobilisation nach dem Eingriff und Entlassung nach Hause in der Regel am Folgetag.

Welche Risiken und Nebenwirkungen können bei der TAPE auftreten?

Bei der TAPE handelt es sich um ein sehr schonendes und komplikationsarmes Therapieverfahren. Selten können durch den Verschluss der Zielgefäße (Embolisation) während oder unmittelbar nach dem Eingriff vorübergehend Hautverfärbungen oder zusätzliche Schmerzen am betroffenen Gelenk auftreten, die gewöhnlich von selbst verschwinden. Ebenfalls kann in der Leistenregion an der Punktionsstelle in seltenen Fällen ein Bluterguss entstehen (insbesondere bei der Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten), der sich nach durchschnittlich 1-2 Wochen wieder zurückbildet.

Häufig gestellte Fragen zur TAPE

Ungefähr 45-90 Minuten.

Der Eingriff ist sehr schmerzarm und erfolgt deswegen ausschließlich in örtlicher (lokaler) Betäubung. Eine Narkose ist nicht erforderlich.

Aktuell wird der Eingriff bei uns im Rahmen eines stationären Aufenthalts mit einer Übernachtung durchgeführt. Die stationäre Aufnahme erfolgt am Tag des Eingriffs und die Entlassung nach Hause in der Regel am Folgetag.

Sofern die Blutgerinnungswerte im Normbereich liegen, müssen blutverdünnende Medikamente in der Regel nicht abgesetzt werden. Im ärztlichen Aufklärungsgespräch wird mit Ihnen besprochen, ob ein Absetzen der blutverdünnenden Medikamente in Ihrem Fall dennoch notwendig ist.


Kontakt

Für weitere Informationen oder Interesse an der TAPE wenden Sie sich gerne per Mail oder telefonisch an:

dr-tape(at)uk-erlangen.de

09131 85 36052

 

Ansprechpartner:

PD Dr. med. Axel Schmid (Oberarzt)
Dr. med. Jan-Peter Roth MHBA EBIR (Oberarzt)
Frau Gabriele Blümel (MFA)